Adenauer-Haus startet „Geheimplan Köhler“ (Aprilscherz)

Veröffentlicht am 01.04.2009 in Allgemein
 

„Vote4Horst“-Logo

Berlin (cpd) - In der Union wächst die Sorge vor einer Niederlage Horst Köhlers bei der Bundespräsidentenwahl. Seine Mehrheit in der Bundesversammlung ist auf lediglich zwei Stimmen zusammengeschrumpft. Nun schwant selbst Christdemokraten, dass die Wahl am 23. Mai 2009 zum Debakel für das Staatsoberhaupt werden könnte.

„Wir müssen aufpassen, dass Horst Köhler nicht als erster Bundespräsident in die Geschichte eingeht, der im Amt abgewählt wird“, heißt es im Adenauer-Haus. Das Hauptproblem sei, dass in der Bundesversammlung nicht nur „bewährte Kräfte aus der Politik“ säßen, sondern auch „so genannte Prominente“. Diese seien unberechenbar: „Die wählen, was sie wollen, und nicht, was sie sollen.“

Deshalb ist jetzt der „Geheimplan Köhler“ angelaufen: Alle Mitglieder der Bundesversammlung erhalten dieser Tage Werbeanrufe aus dem Adenauer-Haus.

„Wir stellen uns den Wahlleuten als Unterstützergruppe ‚Vote4Horst‘ vor“, erklärt CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla die ungewöhnliche Aktion. „Wer sich am Telefon positiv über den Amtsinhaber äußert, dem schicken wir unser Horst-Köhler-Fanpaket zu.“ Darin enthalten seien eine Deutschlandfahne, das CDU-Grundsatzprogramm, eine Heino-CD und ein signiertes Foto von Horst Köhler. Das Autogramm sei leider nicht echt, erklärt Ronald Pofalla auf Nachfrage. „Die Unterschrift ist nur gedruckt. Das sieht man aber erst, wenn man genau hinschaut.“

Leider sei das Fanpaket bisher nicht so der Renner. „Wir haben unser Optimierungspotenzial noch nicht voll ausgeschöpft. Wir überlegen derzeit, ob wir nicht die Heino-CD weglassen sollten und stattdessen ein paar schwarze Zigarren mit dazu packen.“

Seit Kurzem ist die Unterstützergruppe auch mit einer eigenen Internetseite (vote4horst.wordpress.com) im Netz präsent. „Wir twittern jetzt auch. Damit wollen wir ein wenig Obama-Flair nach Deutschland holen. Die Beiträge werden zwar nicht von Horst Köhler persönlich geschrieben. Aber das Bellevue weiß, was wir tun, und hat sich bisher zumindest nicht negativ darüber geäußert."

Zur Frage, was im Falle einer Abwahl Köhlers passieren würde, möchte sich Pofalla nicht äußern. „Über unseren Plan B reden wir jetzt noch nicht.“

Wie es jedoch aus CDU-Kreisen übereinstimmend heißt, seien im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise weitere Bankenverstaatlichungen zu erwarten. Da werde dann sicher auch der ein oder andere Vorstandsvorsitzenden-Posten frei, auf den der ehemalige Sparkassendirektor Köhler wechseln könnte.

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