„In unserer Demokratie ist die Mitbestimmung im Unternehmen das höchste Gut der Arbeitnehmer:innen“

Veröffentlicht am 13.03.2022 in Arbeitsgemeinschaften
 

Bei Problemen am Arbeitsplatz – etwa mit Ihrem Dienstplan, Mobbing, mitgelesenen Mails, Rückenschmerzen – haben Sie a) alles „geschluckt“ und noch mehr gearbeitet, b) alleine mit der Chef:in gekämpft oder c) den Betriebsrat um Hilfe gebeten?

Zwischen 1. März und 31. Mai 2022 finden in Deutschland Betriebsratswahlen statt. Jede Arbeitnehmer:in hat das Recht auf Mitbestimmung im Betrieb. Durch Gründung, Mitgliedschaft und Wahl einer unabhängigen Vertretung, die die berechtigten Interessen der abhängig Beschäftigten rund um den Arbeitsplatz vertritt: beim Arbeitsschutz, Datenschutz, Gesundheitsschutz, Kündigungsschutz und noch mehr Schutz!

Getrieben durch kämpferische Arbeiter, waren es einst sozialliberale Unternehmer, die eine Fabrikordnung auch zugunsten der Arbeiter:innen geschaffen haben. Die Forderungen zur Mitbestimmung mündeten im Betriebsverfassungsgesetz, in dem Rechte zur Mitbestimmung, Initiative, Einsicht in Unternehmensdaten und viele mehr bestimmt sind. So darf die Arbeitgeber:in weder Gründung noch Wahl eines Betriebsrats behindern. Ansprechpartner:innen sind die Gewerkschaften.

Das Ehrenamt ist beharrliche Arbeit. Man „hört“ nur so wenig vom Betriebsrat, weil er in einer Atmosphäre des Vertrauens sorgsam mit personellen Angelegenheiten umgeht. Respekt, wie toll er oft helfen kann!

Laut Statistischem Bundesamt werden nur 46 % der Beschäftigten in der Privatwirtschaft und 89 % im öffentlichen Dienst durch Betriebs- bzw. Personalräte vertreten. Bei Unternehmen mit 5 bis 50 Beschäftigten sind es gerade mal 9 %, bei Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten 90 % mit Betriebsrat. Da ist noch Luft nach oben!

Die Linie Sozialdemokratie – Gewerkschaft – Betriebsrat – Mitbestimmung zieht am besten, wenn sie durch Mitgliedschaft und Gremienarbeit verzahnt ist. Laut Studien (von der Hans-Böckler-Stiftung zusammengefasst) tragen Betriebsräte nicht nur zu höheren Löhnen, Work-Life-Balance, Weiterbildung und insgesamt höherer Zufriedenheit der Arbeitnehmer:innen bei, sondern - dadurch – auch zu dem Unternehmen dauerhaft verbundenen Fachkräften, mehr Produktivität und steigenden Renditen. Das ist Win-Win durch WÄHLEN GEHEN!


 Carmen Oesterreich, Betriebsrätin und Beisitzerin im Vorstand der SPD Rhein-Neckar
Die SPD Rhein-Neckar veröffentlicht nahezu wöchentlich einen Meinungsartikel zum aktuellen Geschehen. Dieser läuft unter dem Namen "Weekly Comment" und wird von einzelnen Mitgliedern des SPD Kreisvorstandes und anderer Funktionsträger der SPD im Rhein-Neckar-Kreis geschrieben.
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