85. Todestag: Gedenken an Friedrich Ebert

Veröffentlicht am 28.02.2010 in Historisches
 

Friedrich Ebert in seinem Büro am 15.2.1925 (Bild: Archiv der sozialen Demokratie)

Heute vor 85 Jahren ist Friedrich Ebert, der erste demokratisch gewählte Reichspräsident der jungen Weimarer Demokratie, gestorben. Sein früher Tod war ein Schock für seine Partei, seine SPD. Auf den jungen Demokraten Friedrich Ebert folgte mit Paul von Hindenburg ein rechtsnationaler Monarchist, der mit Demokratie nicht viel anfangen konnte.

Ebert war kein Theoretiker wie Rudolf Hilferding. Er war pragmatischer Gestalter, vergaß niemals seine Herkunft aus einfachen Verhältnissen: vom Sattlergeselle und Gastwirt arbeitete er sich für seine Partei und die Menschen ganz nach oben. Von Reaktionären gehasst, hatte er es auch in seiner eigenen Partei oft schwer: er wollte Reichspräsident aller Deutschen sein, und man darf sagen, ihm ist das gelungen.

Nach seiner Wahl zum Reichspräsidenten erklärte Ebert am 11. Februar 1919: „Ich will und werde als der Beauftragte des ganzen deutschen Volkes handeln, nicht als Vormann einer einzigen Partei. Ich bekenne aber auch, daß ich ein Sohn des Arbeiterstandes bin, aufgewachsen in der Gedankenwelt des Sozialismus, und daß ich weder meinen Ursprung noch meine Überzeugung jemals zu verleugnen gesonnen bin.”

Wie anders hingegen sein Nachfolger Paul von Hindenburg, der sich nicht nur die Monarchie zurückwünschte, sondern letztendlich Hitler und dem Nazi-Terror den Weg bereitete.

Friedrich Ebert liegt begraben in Heidelberg auf dem Bergfriedhof. Dort liegt auch Albert Speer, Hitlers Architekt. So liegen im Tode zwei prägende Persönlichkeiten nahe beieinander, die sinnbildlich für die zwei möglichen Richtungen in Deutschland und Europa stehen: Freiheit, Demokratie und Republik – und Terror, Diktatur und Krieg.

Ebert starb zu früh. Sein Werk und Streben blieb unvollendet. Geschmäht und verlacht von links und rechts, spielte seine Gesundheit nicht lange mit. 1925 traf sich die SPD unter dem Eindruck von Eberts Tod und der Niederlage in den Wahlen in Heidelberg, um das Heidelberger Programm zu verabschieden: die Vereinigten Staaten von Europa wurden hier als Ziel angegeben. Wie fern dieses Ziel war und wie nah der Krieg, ahnte 1925 niemand.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD) wurde unmittelbar nach Eberts Tod gegründet und versucht bis heute, im Geist und Sinn Friedrich Eberts zu wirken. Der Besuch der Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Stiftung in Heidelberg ist sehr zu empfehlen: die Ausstellung über Eberts Leben wurde erst kürzlich erneuert.

Der Weimarer Demokratie fehlte es vor allem an: Demokraten. Demokraten wie Friedrich Ebert, die Kraft und Mut in die gemeinsame Sache des Volkes investierten. Demokratie braucht Demokraten – so banal wie richtig.

Friedrich Ebert ist nicht vergessen.

Christian Soeder

 

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Jan-Peter Röderer MdL

Neues aus dem Land

Daniel Born( „Missmanagement der Wirtschaftsministerin und CDU-Seilschaften kosten das Land Millionen“ : https://www.spd-landtag-bw.de/spd-zum-abschlussbericht-des-untersuchungsausschusses-baden-wuerttemberg-haus/

"Das Wahlergebnis ist bitter für die SPD", sagt der SPD-Landesvorsitzende Andreas Stoch. "Und es ist doppelt frustrierend, dass gerade Parteien der derzeitigen Bundesregierung deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Das darf man nicht übersehen und auch nicht wegdiskutieren."

Stoch fordert ein, Lehren zu ziehen: "Die SPD darf sich nicht länger in dauernde Kleinkriege ziehen lassen, die alle Leistungen der Regierung überschatten. Unsere Partei muss den Führungsanspruch in dieser Bundesregierung klarmachen. Und sie muss deutlicher zu der Politik stehen, die wir machen und die jetzt gemacht werden muss für dieses Land. Hoffentlich haben jetzt alle den Schuss gehört."

Das Rentenpaket II ist am heutigen Mittwoch vom Bundeskabinett verabschiedet worden. Noch vor der Sommerpause soll es vom Deutschen Bundestag sowie dem Bundesrat beschlossen werden. Dazu äußert sich Andreas Stoch, Vorsitzender der SPD Baden-Württemberg, wie folgt:

"Heute hat das Bundeskabinett das Rentenpaket II beschlossen. Und das bedeutet für die Menschen in Baden-Württemberg ganz konkret: Stabile und sichere Renten statt arbeiten bis 70!

Die SPD konnte im Bund die seit Monaten andauernden liberal-konservativen Angriffe auf die Rente abwehren. Es gibt keine Rentenkürzungen und keine weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters! Und: Wer mindestens 45 Jahre Beiträge gezahlt hat, wird auch zukünftig im entsprechenden Alter vorzeitig abschlagsfrei in Rente gehen dürfen. Diese Möglichkeit einer vollen Rente nach einem vollen Erwerbsleben möchte die Union am liebsten abschaffen. Das wird es mit der SPD nicht geben!

Die baden-württembergische Carlo-Schmid-Stiftung zeichnet in diesem Jahr das Medienhaus ‚Correctiv‘ für seinen herausragenden Beitrag zur Stärkung der Demokratie aus. Der Carlo-Schmid-Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird dem Medienhaus bei einer Veranstaltung am 6. Juli 2024 in Mannheim verliehen.

 

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