Landes-SPD kritisiert Abschiebepraxis des Innenministeriums

Veröffentlicht am 22.05.2006 in Landespolitik
 

Die SPD-Landtagsfraktion übt massive Kritik an der gegenwärtigen Abschiebepraxis des baden-württembergischen Innenministers. Es bestehe der Verdacht, so die Fraktionsvorsitzende Ute Vogt, dass der Minister die parlamentsfreie Zeit und die damit verbundene eingeschränkte Arbeitsfähigkeit des Landtags bewusst nutze, um verstärkt Abschiebungen vorzunehmen.

Es gehe der SPD dabei insbesondere um solche Fälle, in denen zuvor die Härtefallkommission die dringende Bitte an das Ministerium gerichtet hatte, von einer Abschiebung abzusehen und den Betroffenen stattdessen ein Bleiberecht einzuräumen. Der SPD-Landtagsfraktion sind solche Fälle u. a. aus Schwäbisch Gmünd, Weil der Stadt und Kupferzell bekannt.
Bei der SPD-Landtagsfraktion gibt es Hinweise, dass die derzeitige Abschiebepraxis auch bei der Härtefallkommission des Landes, die im vergangenen September ihre Arbeit aufgenommen hat, für großen Unmut sorgt. Auch dort herrsche der Eindruck, dass immer häufiger Ersuchen der Härtefallkommission, von Abschiebungen abzusehen, missachtet werden und damit die Arbeit dieser Kommission insgesamt infrage gestellt wird.
Ute Vogt: „Ich fordere den Innenminister auf, seine Abschiebeentscheidungen der letzten Zeit noch einmal sorgfältig zu überprüfen und zu der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit der Härtefallkommission zurückzukehren, wie dies zu Beginn unbestritten der Fall war.“
Nach einem Bericht von Innenminister Rech im Innenausschuss des Landtags im Februar 2006 hat das Innenministerium bis dahin in fast 90 Prozent aller Fälle dem Ersuchen der Härtefallkommission stattgegeben und Abschiebungen nicht vorgenommen. Die SPD-Landtagsfraktion hat jetzt eine parlamentarische Initiative gestartet, um genaue Zahlen darüber zu erhalten, wie sich diese Situation seitdem verändert hat.

Landesregierung soll sich für humanitäre Bleiberechtsregelung einsetzen

Vor dem Hintergrund der ständig steigenden Zahl von Fällen, mit denen sich die Härtefallkommission inzwischen beschäftigen muss, wird nach Ansicht der SPD-Fraktionsvorsitzenden ein humanitäres Bleiberecht immer dringlicher. Sie fordert Ministerpräsident Oettinger auf, bei seinen Amtskollegen auf die rasche Einführung einer solchen Bleiberechtsregelung für so genannte Altfälle zu dringen. Dies sei umso wichtiger, nachdem sich die Innenministerkonferenz vor kurzem in dieser Frage nicht habe einigen können.
Vogt erinnerte den Ministerpräsidenten auch an jüngste Äußerungen von Staatsminister Willi Stächele. Stächele hatte in einem dpa-Gespräch am 4. April 2006 gefordert, dass die Abschiebepraxis menschlicher werden müsse: „Wir müssen die teilweise unsinnigen, kuriosen und menschenunwürdigen Abschieberegeln reformieren“, so Stächele in dem dpa-Gespräch. Vogt mahnte den Ministerpräsidenten, den Vorstoß seines Staatsministers aufzugreifen und sich mit aller Macht für ein humanitäres Bleiberecht für Altfälle einzusetzen.

 

Homepage SPD Rhein-Neckar

Aktuelle Termine

15.09.2026, 18:30 Uhr - 21:00 Uhr
Lobbacher Gespräche: ZUSAMMENwachsen

Manfred-Sauer-Stiftung Lobach Neurott 20

Unser Abgeordneter im Bundestag

für uns im Bundestag

Unser Abgeordneter im Landtag

Jan-Peter Röderer MdL

Neues aus dem Land

Daniel Born( „Missmanagement der Wirtschaftsministerin und CDU-Seilschaften kosten das Land Millionen“ : https://www.spd-landtag-bw.de/spd-zum-abschlussbericht-des-untersuchungsausschusses-baden-wuerttemberg-haus/

Zum heute vorgestellten Reformpaket der Koalition erklären die SPD-Landesvorsitzenden Isabel Cademartori und Robin Mesarosch:

"Die vereinbarte Steuerreform geht in die richtige Richtung: Die meisten Leute müssen zukünftig weniger Steuern auf ihre Arbeit bezahlen. Das ist gut so. Damit das rechnerisch aufgeht, werden wir sehr hohe Einkommen wieder stärker beteilige

Ein AfD-Verbotsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht wäre wahrscheinlich erfolgreich, resümiert das heute veröffentlichte Rechtsgutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte. Die SPD in Baden-Württemberg sieht sich darin bestätigt, weiter den Druck für ein AfD-Verbot zu erhöhen.

Auf ihrem Landesparteitag hat die SPD Baden-Württemberg ihre Parteispitze und den Landesvorstand neu gewählt und wichtige Anträge beschlossen. Als stellvertretende Landesvorsitzende wurden die Bundestagsabgeordneten Jasmina Hostert (83,2 Prozent) und Parsa Marvi (73,0 Prozent) wiedergewählt. Neu in das Amt gewählt wurden Yannik Hummel, Forstwirt und Student, mit 80,9 Prozent der Stimmen und die Landtagsabgeordnete Viviane Sigg mit 85,9 Prozent.

 

Neues aus Berlin

In Sachsen-Anhalt ist die gesichert rechtsextreme AfD stärkste Kraft geworden. Für uns ist klar: Wir lassen die Menschen in Sachsen-Anhalt jetzt nicht im Stich. Unterstütze uns und unterzeichne unseren Aufruf!

07.09.2026 13:36
Stark gegen rechts.
Wir verteidigen unsere Demokratie - mit Haltung, klaren Argumenten und unseren Werten: Freiheit. Gerechtigkeit. Solidarität. Du willst mehr als zuschauen?

13.07.2026 09:38
Zusammen Zukunft schreiben..
Eine neue Zeit braucht eine neue SPD. Deshalb entwickelt die SPD ein neues Grundsatzprogramm und erneuert sich zugleich.