Sparkassen Schließung: SPD-Ortsverein möchte das nicht hinnehmen.

Veröffentlicht am 12.01.2021 in Kommunalpolitik
 

Bericht von einem etwas anderen Neujahrsempfang der SPD

Seit über 19 Jahren startet das politische Jahr in Wiesenbach mit dem traditionellen Neujahresempfang der SPD-Wiesenbach. Dieses Jahr aufgrund der Pandemie ging der Ortsverein neue Wege und führte ihn virtuell durch. Das Thema war brandaktuell: Die Schließung der Sparkassenfiliale im Ort. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass man dies nicht einfach hinnehmen kann und sich wehren muss. Es wurde geplant ein Aktionsbündnis ins Leben zu rufen.

Es gibt viele gesellschaftliche und politische Themen, über die sich in der heutigen Zeit ganz vorzüglich debattieren und diskutieren lässt. Allzu gerne hätten der SPD-Ortsverein dies in dem Rahmen gemacht, der seit vielen Jahren bereits das politische Jahr in Wiesenbach einläutet – dem Neujahrsempfang in der Alten Ziegelei. Aber auch 2021 lässt uns Corona nicht los und somit wurde kurzerhand aus dem 19. traditionellen Neujahrsempfang der 1. virtuelle seiner Art in Wiesenbach.

Der Blick der Genossen war nicht auf die Welt, Europa oder Deutschland gerichtet, sondern ganz allein auf Wiesenbach. Die Schließung der Sparkassen-Filiale wurde zum zentralen Thema an diesem Abend. Denn dieses Thema bewegte die Genossen sehr.

Wie die RNZ am 18.12.2020 berichtete soll neben anderen auch die Wiesenbacher Sparkassen-Filiale geschlossen werden. Nicht nur der Schalterraum mit den persönlichen Kontakten zwischen Bevölkerung und Sparkassen-Mitarbeiter soll entfallen, sondern auch die Automaten werden wohl nicht mehr vor Ort in Wiesenbach stehen.

Sparkassengebäude

Die RNZ titelte am 23.12.202 unter der „Region Heidelberg“:

"Ein Verlust, der total wehtut"

Dörfer der Region bedauern Schließung der Sparkassen-Filialen

siehe: https://www.rnz.de/nachrichten/region_artikel,-ein-verlust-der-total-wehtut-doerfer-der-region-bedauern-schliessung-der-sparkassen-filialen-_arid,599944.htm

Dort äußerte sich neben anderen auch unser Bürgermeister Eric Grabenbauer, der großen Verlust für die Gemeinde sieht, wenn eine Bank schließt. Dies sei ein Schlag für den ländlichen Raum.  

Auf der anderen Seite zeigt er auch Verständnis für diese Entscheidung der Sparkasse.

Die Genossen und Freunde des Ortsvereins machten sich große Sorgen, um das Nahversorgungsangebot des Ortes. Frau Berger wies darauf hin, dass gerade die aktuelle Pandemieerfahrungen gezeigt hätten, welchen Vorteil es habe, dass Wiesenbach mit allen wichtigen Bereichen der Nahversorgung so gut ausgestattet sei! „Man darf dies nicht einfach aufgeben!“, betonte sie. So sei doch gerade der Trend zu erkennen, dass viele Menschen der Stadt den Rücken kehren möchten, um aufs Land zu ziehen. Da sei die Infrastruktur ein sehr wichtiger Standort-Faktor.

Auch alle anderen Teilnehmer der Veranstaltung sahen viele Gründe, warum die Schließung nicht hinnehmbar sei. Die Sparkasse Heidelberg wurde wie andere Sparkassen auch, als eine gemeinnützige und mündelsichere rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts gegründet. In dieser Funktion habe die Sparkasse Heidelberg die öffentliche Aufgabe, die örtliche Bevölkerung wohnortsnah Möglichkeiten zur Erledigung der Bankgeschäfte anzubieten. Es wurde infrage gestellt, ob man dies mit einem Bus, der alle paar Tage mal für eine kurze Zeitspanne im Ort hält, ausgleichen könne. Auch wurde angezweifelt, ob dieser Bus einen geeigneten Einstieg für gehbehinderte Senioren ermöglicht und ob dort vertrauliche Bankberatungen durchgeführt werden können. Alle Teilnehmer des Neujahresempfangs waren sich sicher, dass die eindeutig nicht der Fall sein würde.

Die beiden SPD-Gemeinderäte Uli Buck und Jürgen Berger berichteten, dass Bürgermeister Grabenbauer in der Gemeinderatssitzung darauf hinwies, dass die Wiesenbacher Filiale zwar meistbesuchte aus dem Kreis der zu schließenden Filialen der Sparkasse Heidelberg sei, die Kundenfrequenz jedoch nicht ausreiche um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Daher habe er sich erfolglos gegen eine Schließung ausgesprochen.

Gerade in Wiesenbach ist die Sparkasse ein wichtiger Partner der Gewerbetreibenden und Vereine. Aufgrund der Durchgangssituation zwischen dem Odenwald und Heidelberg ist sie auch für viele Menschen außerhalb Wiesenbachs in einer gut erreichbaren Lage. Es bleibt für die Mitglieder und Freunde des SPD-Ortsvereins ein Rätsel, warum die Schließung so vorangetrieben wird.

Im Rahmen dieses virtuellen Neujahrempfangs war auch der SPD-Landtagskandidaten Jan-Peter Röderer bei der Diskussion dabei. Er unterstrich dabei, wie wichtig es ist, dass der ländliche Raum eine passende Infrastruktur aufrecht erhält um nicht auszubluten. Er sehe, dass da viel zu wenig Unterstützung von der Landespolitik geboten wird und habe daher auch den ländlichen Raum als einen Themenschwerpunkt für seine politische Arbeit gesetzt. Er versprach uns, uns in unseren Aktionen zu unterstützen.

Der SPD-Ortsverein Wiesenbach ist sich zum Abschluss der Veranstaltung einig: Man wollen und werden die Schließung nicht einfach hinnehmen. Man sehe aber auch, dass vor allem mit einem breiten Bündnis der Erfolgschancen steigen, die Filiale oder zumindest die Automaten der Sparkasse im Ort zu behalten. Daher möchte man sich nach Partnern im Ort, aber auch bei den anderen Orten, die von einer Schließung betroffen sind und bei der Landes- und Bundespolitik umschauen. Aber auch die Bevölkerung könne man bspw. mit einer Unterschriftsaktion ansprechen.

Es war vielleicht ein etwas anderer Neujahrsempfang. Aber es war einer, der zeigte, dass auch in Zeiten von Corona und Kontaktbeschränkungen, das politische Leben in der Region nicht pausiert.

mb

 

Unser Abgeordneter im Landtag

Jan-Peter Röderer MdL

Neues aus dem Land

Daniel Born( „Missmanagement der Wirtschaftsministerin und CDU-Seilschaften kosten das Land Millionen“ : https://www.spd-landtag-bw.de/spd-zum-abschlussbericht-des-untersuchungsausschusses-baden-wuerttemberg-haus/

"Das Wahlergebnis ist bitter für die SPD", sagt der SPD-Landesvorsitzende Andreas Stoch. "Und es ist doppelt frustrierend, dass gerade Parteien der derzeitigen Bundesregierung deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Das darf man nicht übersehen und auch nicht wegdiskutieren."

Stoch fordert ein, Lehren zu ziehen: "Die SPD darf sich nicht länger in dauernde Kleinkriege ziehen lassen, die alle Leistungen der Regierung überschatten. Unsere Partei muss den Führungsanspruch in dieser Bundesregierung klarmachen. Und sie muss deutlicher zu der Politik stehen, die wir machen und die jetzt gemacht werden muss für dieses Land. Hoffentlich haben jetzt alle den Schuss gehört."

Das Rentenpaket II ist am heutigen Mittwoch vom Bundeskabinett verabschiedet worden. Noch vor der Sommerpause soll es vom Deutschen Bundestag sowie dem Bundesrat beschlossen werden. Dazu äußert sich Andreas Stoch, Vorsitzender der SPD Baden-Württemberg, wie folgt:

"Heute hat das Bundeskabinett das Rentenpaket II beschlossen. Und das bedeutet für die Menschen in Baden-Württemberg ganz konkret: Stabile und sichere Renten statt arbeiten bis 70!

Die SPD konnte im Bund die seit Monaten andauernden liberal-konservativen Angriffe auf die Rente abwehren. Es gibt keine Rentenkürzungen und keine weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters! Und: Wer mindestens 45 Jahre Beiträge gezahlt hat, wird auch zukünftig im entsprechenden Alter vorzeitig abschlagsfrei in Rente gehen dürfen. Diese Möglichkeit einer vollen Rente nach einem vollen Erwerbsleben möchte die Union am liebsten abschaffen. Das wird es mit der SPD nicht geben!

Die baden-württembergische Carlo-Schmid-Stiftung zeichnet in diesem Jahr das Medienhaus ‚Correctiv‘ für seinen herausragenden Beitrag zur Stärkung der Demokratie aus. Der Carlo-Schmid-Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird dem Medienhaus bei einer Veranstaltung am 6. Juli 2024 in Mannheim verliehen.

 

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